Hochfest Johannes der Täufer

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes.

„Viele werden sich über seine Geburt freuen.“ Über die Geburt Johannes des Täufers. Das behauptet der Eröffnungsvers dieser Messe. In der zweiten Lesung ist die Rede von „unsagbarer… verklärter Freude“, und schließlich steht da: „Das alles zu sehen, ist sogar das Verlangen der Engel.“ Menschen, die sich richtig freuen, die für einen Moment wirklich glücklich sind, sieht man beim public viewing oder im Club (…). Wo sind die vielen, die sich über die Geburt dieses Mannes freuen? Warum überhaupt Freude über diese Geburt?

Nicht, weil man diesen Johannes einfach gern haben muss. Der Täufer (Wüste, Bußpredigt) ist beeindruckend, Respekt einflößend, nicht bezaubernd oder gar nett. Warum also dann Freude? Weil die Fülle der Zeit gekommen ist. Weil der Täufer die Wende ist. Weil es mit ihm für viele vom Hoffen den Schritt zur Gewissheit gegangen ist. Denn mit ihm kommt Jesus von Nazareth, und wir alle wissen instinktiv: Etwas Besseres als Jesus wird es nicht mehr geben. Die Geschichte zeigt es. Freude also, weil wir, durch Johannes, endlich Gewissheit haben. Freude, weil seit Johannes unser eigenes Leben und diese ganze Welt einen Sinn haben können. Denn Johannes zeigt auf den, „der wegnimmt alle Schuld der Welt“. Großes Aufatmen. Das ist naturgemäß nicht Jubel und Euphorie; das ist mehr als gute Laune in ein paar schönen Momenten; es ist eine stille, stabile Freude, die uns kein Schlag des Lebens nehmen kann. Das genau ist es, was Paulus beschreibt: „Ihr habt Jesus Christus nicht gesehen… ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt.“

Johannes ist ein Wendepunkt der Geschichte – die ohne ihn nichts als ein langer Fluss ohne Sinn wäre, ein ewiger, grauer, kalter Brei aus Menschen und Ereignissen. So aber steht Johannes für Licht und Feuer. „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.“ Nach seiner Taufe konnte nur noch die Taufe dessen kommen, der „mit Feuer und Heiligem Geist“ (Lk 3,16) tauft: Jesus. Feuer.

Die verstörende Art des Johannes passt also zu seinem Auftrag: die Wende zu markieren, das ganz Neue, den ganz Neuen anzukündigen. Dazu passt auch seine Geschichte. Sie ist uns modernen Menschen endgültig fremd geworden. Oder welche Eltern würden sich freuen von Gott zu hören: Euer Kind gehört mir? „Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen… Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen.“ Doch solche Geschichten gibt es, immer wieder.

Und was will Gott von Johannes? In der ersten Lesung wird sein Auftrag so formuliert: „Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche; du sollst ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen…“ Dann aber geht es weiter: und „aufbauen und einpflanzen“. Damit etwas Neues entstehen kann, muss manchmal etwas Altes eingerissen werden. Dafür braucht es einen solchen Mann.

Johannes hat es akzeptiert, dass Gott etwas von ihm will. Er hat sich nie von Gott getrennt. Er hat alles vergessen – alles, außer Gott. Und wir spüren Freude, dass es solche Menschen gibt. Uns geht auf, was uns an diesem Mann noch freuen kann: Seine Treue. Wie groß die menschliche Seele sein kann! Was sie aushalten und tun kann!

Johannes spürte das Wort, das Gott ihm sagte: „Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten.“ Deswegen hatte Johannes selbst Freude in sich. Er war groß, wild, absolut, einsam, mutig, hart, zornig – aber nicht traurig. Er war ein Mensch ohne Bitterkeit.

Seine Freude ist es „die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen“. Und das ist unsere Freude: Dass da einer ist – der Patron unserer Kirche! – der uns über die Jahrhunderte weg für den Herrn bereit macht.

Zum mündlichen Vortag bestimmt, verzichtet der Text auf exakte Zitierung und Angabe von Quellen. Er bleibt Eigentum des Autors. Jede Veröffentlichung und Vervielfältigung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. C. Martin




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