Predigten

Hier finden Sie die Texte einiger Predigten des Vizerektors der Malteserkirche.


21.03.2017  |  C. Martin

Entweder – oder. Wer dieses Fest nicht nur glänzend feiert, sondern dem Fest wirklich begegnet, wird schnell vor einer Alternative stehen.


21.03.2017  |  C. Martin

Wissen Sie was? Glauben, das bedeutet nicht nur, in die Kirche gehen. Man kann in die Kirche gehen wegen der Musik, wegen der Kinder, weil es Sitte ist. Was weiß ich. Glauben bedeutet auch nicht einfach, bestimmte Dinge für wahr zu halten. Es ist auch nicht so, dass einer, bei dem in den Dokumenten steht „römisch-katholisch“, dass so einer schon gläubig ist. Nein, gläubig sein, das bedeutet, eine ganz bestimmte innere Haltung zu haben. Eine bestimmte Art, die Dinge zu sehen; eine ganz bestimmte Art, Entscheidungen zu treffen. Haben Sie diese innere Haltung? Sie können es leicht testen. Fragen Sie sich: Was würde ich anders sehen, wenn ich nicht mehr katholisch wäre? Welche Entscheidung würde ich anders treffen? Der Glaube muss zu einer bestimmten Haltung führen, und die Lesung heute beschreibt diese innere Haltung. Ich nenne sie Ihnen mit einem Wort: darüberstehen. Wer glaubt, steht drüber.


21.03.2017  |  C. Martin

„Dunkelheit.“ – Ich bin ziemlich sicher: Bei Dunkelheit denken Sie sich gar nicht viel. Sie machen einfach das Licht an. Echte Dunkelheit gibt es ja gar nicht mehr. Um sie zu erleben, müsste man schon in menschenleere Gegenden reisen. Oder mindestens nachts in den Wald gehen. Eigentlich schade. Auch weil wir so gar nicht recht ermessen können, wie schön dieses Evangelium ist. „Ihr seid das Licht der Welt!“ Das macht ja nur Sinn, wenn diese Welt dunkel ist und Licht braucht.


08.03.2017  |  C. Martin

Als Bub von vielleicht zehn Jahren ging ich eine Zeitlang jeden Morgen zur Messe. Ich lief noch bei Dunkelheit los, wenn noch alles still war und niemand auf der Straße. Wenn ich ankam, war die Kirche noch verschlossen, und ich musste draußen warten auf die Klosterfrau, die Sakristei besorgte. Sie ließ mich dann ein, und ich saß lange allein in der Bank, bis endlich die Frühmesse begann. Eines dieser Tage rief die Nonne mich in die Sakristei. Sie öffnete die Tür des Tresors und zeigte schweigend auf die große, goldene, strahlende Monstranz. Ich weiß noch, dass ich ganz ergriffen war vor dieser Pracht. Dann sagte die Schwester mir leise: „Das darf keiner berühren! Nur der Priester.“ Mir schien diese Regel völlig einleuchtend. Ich fühlte mich von ihr nicht gehindert oder ausgeschlossen, im Gegenteil, sie erschien mir ganz naheliegend und einfach. Die Monstranz zu berühren, die die hl. Hostie, die Jesus! tragen soll, wäre mir gar nicht in den Sinn gekommen. Doch in dem Moment, als die Schwester von der verwehrten Geste sprach, wurde mir klar, wie es nur einem Kind klar werden kann: Es ist etwas Besonderes um die Berührung.


08.03.2017  |  C. Martin

Wie geht das: in die Kirche gehen? „Mantel, Hut, Gebetbuch und los!“ So war das früher. „Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.“ So geht das; so ist das heute. Wer heute in die Kirche geht, tut nicht bloß seine Pflicht, hält nicht nur einen Brauch. Er tritt zu ihm. Wie die Jünger damals. Der Mensch tritt hin zu Jesus: andächtig, ernst, entschlossen, aufmerksam. Um zu hören, was Jesus ihm sagt. So geht in die Kirche gehen. Weggehen vom Zuhause, vom Alltag, weg von meinen vorgefassten Urteilen. Weggehen von sich selbst – und hintreten zu Jesus. Das ist der Weg in die Kirche.


08.03.2017  |  C. Martin

Sie sind kleine Leute. Und ich bin ein Landpfarrer mit einer kleinen Kirche in Wien, die keiner kennt. Es ist uns doch klar, dass wir die Großen nicht beeindrucken. Keiner hat Angst vor uns, keiner schmückt sich mit uns. Wir sind einfach ein kleines Dorf im Weinviertel mit seinem Pfarrer und einer alten Burg, in der es nichts zu sehen gibt.


08.03.2017  |  C. Martin

Was habe ich mit Ihnen zu schaffen? Pardon, aber streng genommen nichts. Unsere Wege kreuzen sich, wir wechseln Worte, wir sind zur gleichen Zeit am gleichen Ort… Mehr nicht, oder? Man kann das so sehen, und in Zeiten von Wut und Kälte sehen das tatsächlich viele so: Keiner hat etwas mit keinem zu schaffen; letztlich steht jeder für sich. Allein. Es gibt gar keine echte Gemeinschaft.


08.03.2017  |  C. Martin

Das heutige Hochfest heißt „Epiphanie“. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Erscheinung“. Das Fest „Erscheinung des Herrn“. Erscheinung ist das, was man sieht. „Ich glaube nur, was ich sehe“, behaupten viele.


02.02.2017  |  C. Martin

Das Jahr fließt. Irgendwann sind wir wieder bei dem Tag, an dem alle sagen: „Wie die Zeit vergeht!“ Das Jahr fließt, – oder es wird gestaltet. Wer gestalten will, muss sich klar werden über die Grundlagen und über die Ziele, über die Möglichkeiten und die Bedingungen. Wer gestalten will, im Kleinen oder im Großen, muss wach sein.


Im Archiv finden Sie alle hier veröffentlichten Predigten.


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